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Boeckel´sche Kapelle.

Die Boeckelsche Kapelle in Helmstedt mit historischen Details

Die Boeckelsche Kapelle in Helmstedt am Georg-Calixt-Platz wurde 1669 gestiftet. Sie erinnert an den dortigen Friedhof, der 1818 an die Parkstraße verlegt wurde. Die Kapelle steht mit der Rückseite unmittelbar an der mittelalterlichen Stadtmauer, die hier als Rest zu sehen ist.In der Kapelle wurden Mitglieder der Professorenfamilie Boeckel beigesetzt. In der Kapelle stehen 4 steinerne Särge.

Foto: Achim Klaffen
Einer der an der Universität Helmstedt lehrender Professor war der Mediziner Johann Böckel. Er wurde im Jahr 1576 von Herzog Julius zum Medizinprofessor an die neugegründete Landesuniversität Helmstedt berufen. Er war dort maßgeblich an der Organisation und dem Aufbau der medizinischen Fakultät beteiligt. Nach dem Regierungswechsel 1589 kam es allerdings zu Spannungen mit dem jungen Herzog Heinrich Julius. Böckels Kritik an der Hexenverfolgung stieß auf das Missfallen des jungen Herzogs, der eine entgegengesetzte Haltung einnahm. Böckel zog sich in seine Heimatstadt Hamburg zurück, wo er 1605 verstarb. Er dürfte also nicht in der Grabkapelle beigesetzt sein.

Das Wirken des Professors Johann Böckel hinterließ allerdings noch eine weitere Spur. In einer Inschrift über dem Eingang zur Professorenprieche in St. Stedphani befand sich folgender Spruch: " Diesen Sitz gab uns der fürsorgliche Böckel zum Gebrauch, als er zum zweiten Mal das Zepter unserer Schule führte. Wahrlich, der ist vor allen anderen der Unsterblichkeit würdig, der der Meinung ist, dass man das Gemeinwohl den Eigeninteressen voranstellen muss.“
Es ist jedoch noch ein weiterer Professor Böckel in den Analen der Universität zu finden. Die Kapelle geht auf Johann Gotthard Böcker zurück. Er wurde 1673 zum außerordentlichen Professor der Rechte an der Universität Helmstedt berufen. Nachdem er zum Doktor der Rechte promovierte übernahm er zusätzlich die Professur der Ethik in Helmstedt. Er ist wohl in der Grabkapelle beigesetzt. Dort ruht u.a. auch sein Schwiegervater Johann Eichel von Rautenkorn. Dieser war ebenfalls Professor in der juristischen Fakultät in Helmstedt.

Die Grablege am Georg-Calixt-Platz neben der St. Stephanikirche kann ebenfalls als touristisches Objekt zum Thema der ehemaligen Universitätsstadt genannt werden.

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